# dig.ps1 — dig-artiger DNS-Lookup für PowerShell Ein PowerShell-Skript, das die wichtigsten `dig`-Aufrufe unter Windows nachbildet. Intern wird `Resolve-DnsName` verwendet. ## Aufrufe ```powershell .\dig.ps1 example.com # A-Record (Default) .\dig.ps1 MX example.com # type name .\dig.ps1 example.com MX # name type (Reihenfolge egal) .\dig.ps1 example.com MX -s 1.1.1.1 # gegen bestimmten Server (@-frei) .\dig.ps1 example.com MX "@1.1.1.1" # gegen bestimmten Server (@ gequotet) .\dig.ps1 -x 8.8.8.8 # Reverse-Lookup (PTR) .\dig.ps1 example.com TXT +short # nur die Werte ausgeben ``` Unterstützt: Record-`type`, `name`, `@server` bzw. `-s server`, die Option `+short` sowie `-x` für Reverse-Lookups. ### DNS-Server angeben: `@server` muss gequotet werden PowerShell deutet ein Argument mit führendem `@` als **Splatting-Operator** und bricht schon beim Parsen ab (`Der Splat-Operator "@" kann nicht … verwendet werden`), bevor das Skript überhaupt startet. Für die `@server`-Syntax daher **Anführungszeichen** verwenden: ```powershell .\dig.ps1 example.com MX "@8.8.8.8" ``` Oder die `@`-freie Alternative `-s` / `-server` nutzen: ```powershell .\dig.ps1 example.com MX -s 8.8.8.8 .\dig.ps1 example.com MX -server 8.8.8.8 ``` ## `dig`-Funktion anlegen Damit sich das Skript wie unter Linux einfach mit `dig …` (statt `.\dig.ps1 …`) aufrufen lässt, wird eine Funktion im PowerShell-Profil angelegt. ### 1. Skript ablegen Kopiere `dig.ps1` an einen festen Ort, z. B.: ```powershell C:\Tools\dig.ps1 ``` ### 2. Profil öffnen (bei Bedarf anlegen) ```powershell # Existiert das Profil schon? Test-Path $PROFILE # Falls nicht: anlegen if (-not (Test-Path $PROFILE)) { New-Item -ItemType File -Path $PROFILE -Force } # Profil im Editor öffnen notepad $PROFILE ``` ### 3. Funktion eintragen Füge folgende Zeilen in die Profildatei ein und passe den Pfad an: ```powershell function dig { & "C:\Tools\dig.ps1" @args } ``` `@args` reicht alle Argumente unverändert an das Skript weiter, sodass die dig-Syntax 1:1 erhalten bleibt. ### 4. Profil neu laden ```powershell . $PROFILE ``` Danach steht `dig` in jeder neuen PowerShell-Sitzung zur Verfügung: ```powershell dig example.com MX @1.1.1.1 dig -x 8.8.8.8 +short ``` ## Ausführungsrichtlinie (ExecutionPolicy) Wird die Ausführung von Skripten blockiert, kann sie für den aktuellen Benutzer erlaubt werden: ```powershell Set-ExecutionPolicy -Scope CurrentUser -ExecutionPolicy RemoteSigned ``` `RemoteSigned` erlaubt lokal erstellte Skripte; aus dem Internet geladene Skripte müssen signiert sein. ### „Das Skript ist nicht digital signiert" Wurde `dig.ps1` aus diesem Git-Repo geladen, markiert Windows die Datei mit einer „Mark of the Web" (Herkunft: Internet/Netzwerk). Unter `RemoteSigned` wird die Ausführung dann mit dem Hinweis blockiert, dass das Skript nicht digital signiert ist. **Empfohlene Lösung** — die Markierung gezielt bei dieser Datei entfernen (Policy bleibt sicher): ```powershell Unblock-File -Path C:\Tools\dig.ps1 ``` **Einmalig ohne Policy-Änderung ausführen** — umgeht die Prüfung nur für diesen Aufruf: ```powershell powershell -ExecutionPolicy Bypass -File C:\Tools\dig.ps1 example.com MX ``` ## Hinweise - Das Skript benötigt das Modul `DnsClient` (`Resolve-DnsName`), das unter Windows standardmäßig vorhanden ist. - Die Standardausgabe orientiert sich am `dig`-Format mit `QUESTION`- und `ANSWER SECTION`. - Mit `+short` werden nur die reinen Antwortwerte ausgegeben (eine pro Zeile).